Männergesangverein Harmonie Glane von 1870

MGV Glane: nach 140 Jahren ist der Bart ab!

Mit einer exzellenten gesanglichen Leistung, professionellen Showelementen und einem hochkarätigen Gast Ensemble begeisterte der MGV Harmonie Glane das Publikum auf seiner Jubiläumgala

Mit einer exzellenten gesanglichen Leistung, professionellen Showelementen und einem hochkarätigen Gast Ensemble begeisterte der MGV Harmonie Glane das Publikum auf seiner Jubiläumgala

Wir machen Musik – Galakonzert Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten

Stadtgespräch / NOZ / Osnabrücker Nachrichten vom 08.11.2010

Wir machen Musik, da geht Euch der Bart ab. Das sangen die Männer des MGV Harmonie Glane zur Eröffnung ihrer Jubiläumsgala anlässlich des 140-jährigen Bestehens des Chores. Doch was soll kommen, wenn der Bart ab ist? Eine überzeugende Antwort gaben die Glaner Sänger im Verlauf des Konzertes: keine Rockband, keine Boygroup! Nein, Evergreens, dass soll das musikalische Genre sein, das den Chor auch nach 140 Jahren in die Zukunft trägt.

Mit diesen Worten begrüßte Antonius Schöning, 1.Vorstitzender des MGV Glane die Gäste des Galakonzertes. Wie man aus bekannten und beliebten Liedern, Showelementen und exzellenten Gastensembles eine mitreisende Show macht, zeigten die Glaner Sänger an diesem Abend. So erlebte das Publikum in der Aula des Gymnasiums ein außergewöhnliches Programm:

Der MGV Harmonie Glane hatte anlässlich seines 140jährigen Bestehens zum Galakonzert unter dem Motto „Wir machen Musik - Die schönsten Melodien und Schlager der Ufa-Filme“ eingeladen. Das Publikum im restlos gefüllten Saal quittierte die mit viel Herzblut zusammen gestellte und durchgeführte Veranstaltung mit stehenden Ovationen. Um die Zuschauer vollends in die Welt der 1917 in Berlin gegründeten Universum-Film AG zu entführen, war eine große Leinwand aufgebaut. Szenenfotos der Filme wurden gezeigt, aus denen die Musiktitel stammten. Im späteren Verlauf des Abends gab es auch Bilder aus der Geschichte des Chores zu sehen.

Mit Titeln wie „Wir machen Musik“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“ (1930) zauberte der Chor, unter der bewährten Leitung von Christian Kessen-Albers, ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer. Zu schön waren die heraufbeschworenen Erinnerungen an Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann oder Olga Tschechowa. Ob einige der Sänger auch in etwa zur Entstehungszeit des Films geboren sind, ist unbekannt, aber in jedem Fall war die Energie, mit der das zweieinhalbstündige Programm bis zum letzten Ton präsentiert wurde, absolut anerkennenswert. Deutlich zu sehen waren Spaß, Schwung und Engagement, mit denen die Melodien gesungen wurden.

Vom Publikum mit Bravorufen bejubelt wurden weitere Schlager wie „Roter Mohn“, „Davon geht die Welt nicht unter“, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, „Warte warte nur ein Weilchen“ oder „Sag beim Abschied leise Servus“, die der Chor je nachdem romantisch, schwungvoll oder energisch intonierte. Nicht zu vergessen die Combo um den Pianisten Christopher Wasmuth, die die Stücke perfekt begleitete. Beim „Frühling in Berlin“ konnte das Publikum nicht mehr an sich halten und machte sich mit rhythmischem Klatschen Luft.

Aber auch Gesangskollegen hatte sich der MGV eingeladen. Mit Bon Timbre kamen a-capella- Sänger aus Osnabrück auf die Bühne, die nicht nur mehrfach preisgekrönt sind, sondern auch ihre musikalischen Wurzeln in Glane haben. „Wir verdanken dem MGV unser musikalisches Leben“, bekannten sie. Mit Witz, Charme und hervorragend zueinander passenden Stimmen sang das Ensemble Stücke der Comedian Harmonists, die, wie Schöning ausführte, erst für die Popularität vieler Ufa-Film-Lieder gesorgt hatten. Der 1. Vorsitzende fand sich in einer humorvollen Zwischeneinlage im Titel „Wochenend und Sonnenschein“ überraschend als „lediger Landwirt“ wieder - für solche Späße sind Bon Timbre immer zu haben. Sie begeisterten mit Liedern wie „Das ist die Liebe der Matrosen“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und in einem späteren Themenblock mit amerikanischen Hits wie „Barbara Ann“, „For the longest time“ oder „Don´t worry“. Mühelos wechselten sie in ihren Medleys von einer Tonart in die andere und ersetzen mit ihren Stimmen auch schon mal eine ganze Orchesterbegleitung. Im zweiten Teil des Abends ging es um eine musikalische Weltreise. Der MGV führte das Publikum in den Osten („Zwölf Räuber“ oder „Kalinka“,), nach Italien („Es klingt ein Lied“, „Chianti Lied“, „Funiculi, Funicula“) oder nach Kuba („Guantanamera“, „Sassa“). Donnernden Beifall gab es für die Klaus Höpker. Sein Soloauftritt war ein weiterer Höhepunkt des Abends. Mit sicherer Intonation und sensibel angelegter Dynamik überzeugte er das Publikum. Hier zeigten die Glaner Sänger wieder einmal ihre Leistungsfähigkeit. Klaus Höpker, Sänger im Bariton des Chores, bewies mit seinem Auftritt, dass Singen im Männerchor auch für Jüngere attraktiv ist.

Immer wieder bemerkenswert ist auch die deutliche Aussprache des Chores, so dass trotz der gewaltigen Anzahl der Sänger jede Textzeile gut zu verstehen war. Lange, luftintensive Phrasen wie beim russischen „Gürtel und Tüchlein“ meisterten sie souverän und gestalteten sie noch fein dynamisch aus.

Zum Schluss gab es noch ein weiteres Highlight: Es wurde kein Paukenschlag, sondern Dudelsack Musik erklang zum Abschluss der Jubiläumsgala. Bei „Habt Dank ihr Freunde“, nach der Melodie des schottischen Volksliedes „Amazing Grace“ , trat in Gestalt von Kathrin Pears eine leibhaftige Dudelsackspielerin auf. Mit der Zugabe „Fliegermarsch“ verabschiedete sich der MGV von einem begeisterten Publikum.


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